Willkommen
Spaß am Sport, Spaß am Tennis, das ist, was zählt...
Vor 7 Jahren habe ich an dieser Stelle geschrieben, mein Ziel sei es, 3-5 junge/neue Spielerinnen in die ersten 100 der WTA Weltrangliste zu begleiten, um sie dann als nächsten Schritt in den Top 50 zu sehen.
Die Zeit vergeht - die Arbeit zahlt sich aus und der Erfolg kommt.
Mit A.Petkovic und J.Görges sind zwei Spielerinnen in den Top 30, Kristina Barrois im Herbst Ihrer Karriere und Angie Kerber
sind auf dem Sprung in die Top 50, und Sabine Lisicki ist auf einem guten Weg zurück dorthin.......kurzum:
Das deutsche Damentennis ist so stark, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Jule Görges konnte als erste deutsche Spielerin
nach Anke Huber (1991 und 1994) den Porsche Grand Prix in Stuttgart gewinnen, das letzte in Deutschland verbliebene WTA-Turnier!
Sabine Lisicki hat sich nach Ihrer schweren Fußverletzung 2010 (5 Monate Pause) wieder ins Rampenlicht zurückgespielt.
Sie wird wieder dahin zurück kommen wo sie schon einmal war - in die Top 25. Dazu wird sie hart arbeiten müssen, denn Andi Petkovic
ist das beste Beispiel, wohin harte Arbeit führen kann: Nach Ihrem Kreuzbandriss 2008 hat sie sich neu fokussiert und trainiert wie eine besessene -
und ihre Physis hilft ihr nun, in schweren Matches gegen Top-Spielerinnen die Energie für den Kopf haben zu können...denn da werden die meisten
Matches auf diesem Niveau entschieden.
Diese Erfolge der letzten Wochen rücken das Damentennis wieder ein wenig mehr ins Rampenlicht - kein Wunder, denn ein Ende ist nicht absehbar und das deutsche FED CUP Team braucht sich weder spielerisch noch optisch verstecken :)
Wenn wir weiter so konstant arbeiten und die Früchte dieser Arbeit ernten, wird evt. auch das Fernsehen wieder das eine oder
andere Tennismatch übertragen und dann kommt die Lawine richtig ins Rollen. Darauf habe ich hingearbeitet, das habe ich gehofft und mir gewünscht -
und bin stolz, daß endlich wieder Licht am Ende des Tunnels ist.
Die genannten Spielerinnen sind nun alt genug, um selbst auf der Tour zu bestehen und eigene Entscheidungen zu treffen.
Sie haben alle feste Tourcoaches mit denen sie regelmäßig arbeiten. Insofern liegt mein Augenmerk neben der Betreuung des Fed Cup Teams
zukünftig verstärkt auf dem, was nachrückt. Ich bin gespannt, wie sich unsere Nachwuchsspielerinnen weiterentwickeln, und werde sie auf
Ihrem Weg nach Kräften unterstützen.
Gleichzeitig habe ich in den vergangenen Jahren einmal mehr gemerkt, welche Hindernisse sich den Spielerinnen auf Ihrem Weg nach oben in den
Weg stellen können. Wie schwer es ist, gerade als junge Spielerin nicht den Fokus zu verlieren, sich selbst den nötigen Druck zu machen, externen
Erwartungen stand zu halten, und dabei den Spaß am Sport nicht zu verlieren.
Wir haben in Deutschland nicht das Förderungssystem der Franzosen, wir haben nicht die Masse an Spielerinnen,
wie die Russen! Da wir nicht die Rundumbetreuung bieten können, leider auch in vielen Fällen nicht die Unterstützung in den Schulen haben,
die ein junger Leistungssportler braucht, gilt der Grundsatz der Eigenverantwortung in besonderem Maße. In Abhängigkeit des jeweiligen Umfeldes
müssen Spielerinnen heute schon frühzeitig Entscheidungen treffen, In Einzelfällen sogar Entscheidungen gegen die eigene Familie. Der Ostblock
zieht uns inzwischen im Alter von 13-16 Jahren meist davon - warum? Weil diese Spielerinnen schon 2 oder 3 Mal am Tag trainieren können.
Der Aufwand kommt hier schon dem eines Profis gleich, und ohne diesen ist es eben sehr schwer mitzuhalten. Jede Spielerin muß für sich
den eigenen, individuellen Weg finden. An "vermeintlich" guten Ratschlägen wird es hier meist nicht mangeln. Die richtigen Entscheidungen
zu treffen ist nicht leicht - Eines aber ist und bleibt Grundlage jeden Erfolges:
HARTE ARBEIT UND MIT GANZEM HERZEN DABEI SEIN!!!
Ihre Barbara Rittner



