News-Archiv

 

 

28.04.2010 ABGESTIEGEN

 

Es ist passiert – wir haben trotz einer engagierten und teilweise sehr guten Leistung gegen die Französinnen verloren und sind damit in die Weltgruppe 2 abgestiegen. Das ist umso bedauerlicher, weil ich das Gefühl hatte, dieses TEAM gehört eigentlich das erste Mal in die Gruppe 1 – aber so schnell kann es gehen. Es ist schwer im Moment, die richtigen Worte zu finden – der Stachel der Enttäuschung sitzt tief und wir sind alle wahnsinnig traurig.

Woran lag es ?

An Escude und einem Atomlauf der Französinnen im Doppel

Tadde Malek hat gespielt, was sie kann – und mit dem Selbstbewusstsein aus 3 Siegen gegen Rezai in der Vergangenheit und Ihrem Kämpferherz war sie auf einem guten Weg – nach einem sehr intensiven, gewonnenen ersten Satz konnte Tadde die Spannung nicht ganz halten, und ein cleverer Coach Nicolas Escude stellte das Spiel der Aravanne Rezai sichtbar etwas um, so dass das Match im zweiten Satz kippte und Tadde am Ende noch verlor.

Andrea Petkovic hatte in Brünn mit 2 Einzel Niederlagen den Druck des Fed Cups erlebt und Ihre Lehren in beeindruckender Manier gezogen – 2 Siege, eine sehr starke Vorstellung, immer bis zum Schuß kämpfend und auch im hoffnungslosen Doppel nie aufsteckend – Andrea hat Ihr Kämpferherz gezeigt!

Julia "Jule"Goerges habe ich dann am Sonntag fuer "Tadde" das Einzel spielen lassen, nicht weil Tadde nicht gut drauf war, sondern weil auch Jule gut trainiert hatte und ich dies für taktisch passender hielt. Sie hatte von Anfang an ihre Chancen, die sie jedoch leider aufgrund mangelnder Fed Cup Erfahrung nicht zu nutzen wusste. Diese Erfahrungen müssen junge Spielerinnen alleine auf dem Platz sammeln - siehe Petko in Brünn - und dann in Zukunft positiv umsetzen. Parmentier spielte ein solides Match und gewann letztlich verdient 7-6 6-4.
Trotz einer 2:1 Führung stand es also nach den Einzeln 2-2 und das Doppel musste entscheiden.

Dort musste Petko dann ein drittes "ran". Diesmal an der Seite von Kristina Barrois "Barreus" genannt. Noch bevor sich unser Doppel ins Match reinfinden konnte, spielten die Franzoesinnen ihr bestes Tennis - und mehr noch, sie spielten sich richtig in einen Lauf und gewannen schnell 6-3 6-1. Da war nichts drin. Fuer Barreus sicher eine undankbar, schwere Aufgabe, die aber eben beim Fed Cup dazu gehört. Man muss neidlos anerkennen, dass die Franzosen die sich bietende Siegchance beherzt angingen und sich mit Hilfe des mitgereisten und stimmgewaltigen Fan-Anhangs geradezu in einen Rausch spielten – so einen Atomlauf bekommt man selten zu sehen... Im Übrigen zeigte sich nicht zuletzt im Doppel schmerzlich der Verlust von Anna-Lena Groenefeld, die die ganze Woche trotz Verletzung beim Team war, wie ab Freitag auch Sabine Lisicki.

Nun denn – es wird nun eine Ochsentour geben, um den baldigen Wiederaufstieg zu schaffen. Übrigens kein Selbstläufer: Alle Mannschaften sind stark. Sie werden mir nachsehen, dass ich in diesen Stunden keine Aussage zu meiner weiteren Rolle in diesem FEDCUP Team machen kann – die Enttäuschung sitzt wie gesagt sehr tief! Mir ist Erfolg überaus wichtig! Ich habe an anderer Stelle geschrieben, ich traue diesem Team irgendwann den Sieg zu – nun sind wir davon erstmal weit weg!

Dennoch lässt sich nicht von der Hand weisen, dass mit Petkovic, Grönefeld und Lisicki ein Kern besteht, mit dem man auch gegen die besten der Welt bestehen kann. Das Team ist jung! Wenn alle gesund werden bzw. von Verletzungen verschont bleiben und die vorhandene Begeisterung für diesen Wettbewerb und dieses Mannschaftsspiel nicht nachlässt, dann wird die Zeit kommen…

Ein kurzer Dank noch an alle Mitglieder des Teams, wie immer mein Co-Trainer Dirk Dier, Doc Ulf Blecker, Physio Petra Winzenhöller, Fitness Mike Diehl und auch an die extra angereisten Sabine Lisicki und Anna Lena Grönefeld – das ist keine Selbstverständlichkeit gewesen und zeigt mir, dass Euer Herz an dieser Mannschaft hängt – DANKE!

Die Leere in mir wird ein paar Tage bleiben – aber ich steh schon wieder auf, verlassen Sie sich drauf!

 

 

20.04.2010 KOMMEM SIE NACH FRANKFURT!!

 

Wir befinden uns mittlerweile in Frankfurt und bereiten uns auf die Partie gegen Frankreich vor - erste Eindrücke bekommen Sie auf der Homepage des deutschen Tennisbundes www.dtb-tennis.de.
Dort finden Sie auch Einzelheiten zum Team, zur verletzungsbedingten Absage von Sabine und ständig aktuelle Informationen rund ums Tennis!

 

 

11.02.2010 Zur Auslosung der FED CUP Partie Deutschland - Frankreich

 

Ich hatte einen Alptraum – wir müssen auswärts gegen Australien antreten. Und einen Wunschgegner: Estland.
Mit Frankreich kommt es nun gar nicht so schlecht: Sportlich wird viel davon abhängen, in welcher Besetzung die Französinnen antreten. Aber mit dem Heimrecht haben wir einige interessante Optionen auf unserer Seite. Wir können den Belag wählen, wir haben ein starkes Publikum im Rücken, wir haben eventuell Sabine Lisicki wieder an Board, und insofern ist mir nicht bange…das Ziel heisst Klassenerhalt!

Ich habe eine Bitte an Sie - wo auch immer wir spielen: KOMMEN SIE zum Fed Cup! Erleben Sie einmalige Stimmung, Hingabe, Mitfiebern, erleben Sie, wie Sie als Zuschauer und Fan gebraucht werden: Mit Ihnen ist alles möglich!
Merken Sie sich den Termin vor: 24. & 25. April 2010 ! Ort folgt später..


 

 

10.02.2010 Leider - Chance auf das erste Halbfinale seit 15 Jahren vertan!...

Brünn

Wir Sie wissen, haben wir die FED Cup Partie um den Halbfinaleinzug in Brünn gegen die Tschechen mit 3:2 verloren. Nun folgt eine gefährliche Aussage:
Es lag an Andrea Petkovic!
So werden viele denken und natürlich sind dies die Fakten!
Dem möchte ich hinzufügen:
Der Druck auf sie war immens:

  1. Andrea spielte zum ersten Mal Einzel in einer FED CUP Partie
  2. Nominell war sie, als bisherige Ersatzspielerin, aufgrund Ihrer Weltranglistenplatzierung plötzlich die Nr. 1 im Team!
  3. Es war von vornherein klar, dass es in einem womöglich entscheidenden Doppel bei 2:2 sehr schwer würde.

Und genau diese Situation, verbunden mit der Situation, den Sack nach Annas 1:0 schon fast den Sack zumachen zu können, ließ Andrea völlig verkrampfen. Hier zeigte sich, dass weder Weltrangliste noch aktuelle Form genügend Aussagekraft haben: Sie konnte diesem Druck in keiner der beiden Einzel standhalten, fing an, nachzudenken und merkte schnell, dass sie nichts von dem, was sie sich vorgenommen hatte umsetzen konnte. Leider zeigt sich bei Andi eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit – noch ;)
Nun klingt das alles, wie ein schwerer Vorwurf – aber deshalb sei genau an dieser Stelle allen Zweiflern entgegnet: DIESE GESCHICHTEN schreibt einem das Tennisleben nun einmal….! So blöd das klingt – es war für Andrea eine große Chance, sich in einer schwierige Situation selbst zu beweisen, zu was sie in der Lage ist – bzw. eben sein will. Solche Situationen wird es immer wieder geben!
Daß dies nicht gelang, ist schade – aber sie wird ihre Lehren daraus ziehen und ziehen müssen! Deshalb: KEIN VORWURF !!
Ich habe das lange mit ihr besprochen – angemerkt sei, daß Andreas Niederlagen eine harte Prüfung für den Teamgeist waren – eine Prüfung, die das Team mit Bravour bestand…

Darüber hinaus möchte ich auf Anna Lena Grönefelds Leistung hinweisen: Diese war absolut vorbildlich – Anna zeigte eine Entschlossenheit, eine Klarheit und Präsenz auf dem Platz – all das, was einen Champion ausmacht. Speziell das 2. Match gegen Kvitova war Tennis auf höchstem Niveau, mit Satzrückstand und einer stark aufspielenden Gegnerin. Respekt, Anna – ich wünsche mir, dass Du das, was Du regelmäßig im FED CUP zeigst, auch in den Turnieren umsetzt. 

Im entscheidenden Doppel standen wir schnell auf verlorenem Posten: Tadde fand erst im 2.Satz und dann auch nur annähernd ins Match…da war dann ein Klassenunterschied leider nicht zu übersehen….
aber so ist der Sport manchmal: unvorhersehbar, jede Chance zur Bewährung birgt die Möglichkeit des Versagens…..aber auch Tatjana sei kein Vorwurf gemacht. Wir haben die Möglichkeiten als Team nicht genutzt – Punkt aus.

Den Tschechen möchte ich danken für eine ausgezeichnete Organisation, eine sehr angenehme und faire Stimmung in der Halle!


 

27.01.2010 zur Fed Cup Nominierung

 

Mit der Absage von Sabine Lisicki müssen wir eine Schwächung des Teams hinnehmen. Allerdings bin ich der Meinung, dass den Ausschlag für die Siege gegen die Schweiz und gegen China letztlich der Teamgeist war. Deswegen gilt: Die Tschechinnen müssen uns erstmal schlagen....

Ich habe lange überlegt, ob ich statt Tadde Malek, die schlicht und einfach einen unglücklichen Start ins neue Jahr hatte, nicht besser Angie Kerber eine Chance gebe - rein spielerisch hätte sie es vedient. In einem offenen und konstruktiven Gespräch mit Angie sind wir beide zu dem Schluss gekommen, dass dies aber zu früh kommt - Angies Entwicklung kommt ja für sie selbst etwas überraschend...
Für diese Offenheit und realistische Selbsteinschätzung gebührt an dieser Stelle mein Respekt - Angie, weiter so!!!

Da ich neben der spielerischen Klasse wie angesprochen bei meinen Spielerinnen den nötigen Teamgeist und einen unbedingten Siegeswillen voraussetze, besteht mein Team aus den folgenden Spielerinnen:

Andrea Petkovic
Anna-Lena Grönefeld
Tatjana Malek
Kristina Barrois

In diesem Sinne: Mädels - ich freu mich !

 

 

24.01.2010 Abschliessende Betrachtung zum Abschneiden der deutschen Damen bei den Australian-Open

Melbourne


Das Abschneiden der Damen in Melbourne beinhaltet Licht und Schatten. Hervorzuheben ist die starke Leistung von Angie Kerber, die sich durch die Qualifikation bis in die 3. Hauptrunde gespielt hat und dort Kuznetsova in einem mitreissenden Nightsession-Match einen harten fight lieferte. Angie bewies damit Ihre ansteigende Form über die letzten Monate und zeigte, daß sie erwachsener geworden ist!
 
Andrea Petkovic hatte in Navarro eine starke Top 30 Gegnerin und kämpfte verbissen - zeigte allerdings auch, daß es ihr noch an taktischem Verständnis fehlt, um eine solche Gegnerin mit variablerem Spiel mehr zu fordern und in Verlegenheit bringen zu können. Angesichts der gesamten Entwicklung von Andrea ist dies allerdings nur eine Frage der Zeit - auch Petko hat sich nach Ihrem Kreuzbandriss stetig weiterentwickelt und ist körperlich wie spielerisch derzeit auf dem richtigen Weg.

Enttäuschend dagegen der Auftritt von Sabine Lisicki - allerdings weiß das keine besser, als sie selbst! Sehr Schade, daß sie trotz aussichtsreicher Auslosung nicht das zeigen konnte, was sie sich vorgenommen hatte. Ihr steht ein schwieriges Jahr bevor, bei dem es einiges zu verteidigen gilt und in dem sie kühlen Kopf bewahren muss - der Druck wird nicht geringer....

Anna Lena Grönefeld hatte sich selbst viel vorgenommen, verlor leider in der ersten Runde gegen eine stark spielende R.Vinci. Sie versucht momentan vielleicht zu sehr, die Dinge herbei zu zwingen – verständlich angesichts Ihrer körperlichen Verfassung! Sie hat viel Gewicht verloren, ist auf einem guten Weg und wird mit etwas Geduld dahin kommen, wo sie hingehört – in die ersten 30 der Welt!

Tadde Malek hat nicht gut gespielt, allerdings auch ein schweres Los – Radwanska ist in den Top 15….

Bei Kristina Barrois steht eine solide gewonnene erste Runde, dann die Niederlage gegen Lokalmatadorin S.Stosur - auch Top 15. Da war trotzdem an dem Tag mehr drin. Manchmal wünschte ich mir bei Kristina etwas mehr Siegeswillen, etwas mehr „Sau“, Selbstvertrauen und Frechheit :-)

Jule Görges spielte eine solide erste Runde, zeigte dann allerdings sehr wenig Gegenwehr gegen C.Wozniacki die US Open Finalistin von 09 – schade. Jule kann es schaffen – aber sie muss sich selbst gegenüber härter werden!

Kathrin Wörle spielte ein gutes Turnier. Sie gewann 3 Runden Quali, war dann allerdings chancenlos gegen Bondarenko – immerhin ja eine Top 30-Spielerin..

 

 

 

24.01.2010 Zur Absage Sabiene Lisickis für die FED CUP Partie gegen die Tschechei

 

Ich möchte darüber nicht zuviele Worte verlieren. Aber eines will ich klarstellen. Ich respektiere diese Entscheidung und verlange dies von allen anderen Spielerinnen wie Funktionären! Das kommende Jahr wird schwer genug (siehe oben) und es ist absolut in Ordnung, daß Sabine sich auf sich konzentriert und Zusatzbelastungen zu vermeiden sucht. Wenn dieser Verzicht auf die Fed Cup Teilnahme einhergeht mit entsprechender Fitnesssteigerung und hoffentlich guten Resultaten bei den kommenden Turnieren, dann werden wir bei den nachfolgenden Fed Cup Partien auf eine noch bessere Sabine hoffen können - denn dies muss allen klar sein:
ICH WILL DEN FED CUP IRGENDWANN AUCH ALS TRAINERIN GEWINNEN! Mag man mich für verrückt halten - dieses junge Team, dieser Teamgeist - das muss irgendwann belohnt werden. Dazu brauchen wir Sabine Lisicki in besonderem Maße!
Nichtsdestotrotz: Ich bin natürlich enttäuscht ! Das will ich nicht verschweigen! Mit Sabine wären unsere Chancen noch besser!

 

Mission Impossible – Der Fed Cup Blog

Frankfurt am Main – Am 25. und 26. April kämpft die deutsche Fed Cup Mannschaft gegen China um den Aufstieg in die Weltgruppe. Seit Montag befindet sich das Team von Barbara Rittner in Frankfurt am Main und bereitet sich auf den Auftritt im Tennisclub 1914 Palmengarten vor. In „Mission Impossible – Der Fed Cup Blog“ gewährt die deutsche Teamchefin einen täglich neuen Blick hinter die Kulissen.

Tag 1: Montag, 20. April

Was für ein schöner Tag! Bei strahlenden Sonnenschein und 22 Grad bin ich heute Mittag in Frankfurt am Main angekommen. Um 12 Uhr hatte ich mich mit Tatjana, Kristina und Anna in unserem Hotel verabredet, auf Sabine mussten wir heute noch verzichten. Bevor die frisch gebackene Turniersiegerin in den Flieger nach Frankfurt gestiegen ist, hatten wir noch einmal Mailkontakt. Sie wird am Dienstag Morgen gegen 8 Uhr landen und erst einmal einen Ruhetag einlegen. Ich hoffe, sie kann im Flugzeug ein wenig schlafen und steckt den Jetlag gut weg.

Ohne Sabine sind wir nach dem Einchecken im Hotel gleich auf die Anlage gefahren und haben erst einmal eine Kleinigkeit gegessen. Für mich gab es Spargel, die Mädels haben zum größten Teil Asia-Nudeln gegessen – auch eine Form der Vorbereitung!

Um 15 Uhr standen wir dann zum ersten Mal auf dem Platz – nicht auf dem Center Court, sondern auf einem der vielen Trainingsplätze, die überraschend gut in Schuss sind. So früh in der Saison sind die Ascheplätze ja häufig noch recht weich, aber die Plätze hier beim TC Palmengarten sind richtig schön hart.

Eineinhalb Stunden dauerte die erste Trainingseinheit, die wir mit ein paar Kräftigungsübungen abgeschlossen haben. Unsere Physiotherapeutin Petra und ich haben mitgemacht – und mitgelitten.

Am Abend hatten wir noch einen Fernsehauftritt bei Rhein-Main TV und dabei haben wir Fußballnationalspielerin Ariane Hingst (Foto links) getroffen. Während wir uns hier in Frankfurt auf das bevorstehende Relegationsspiel gegen China vorbereiten, empfängt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen am Mittwoch in der Commerzbank Arena Brasilien zu einem Freundschaftsspiel. Weit über 30.000 Zuschauer sollen kommen. Kann sein, dass die ein oder andere deutsche Tennisspielerin darunter sein wird...! Zum krönenden Abschluss unseres Studiobesuchs hat Kristina einmal mehr unter Beweis gestellt, dass der Ball nicht nur ihrem Schlagarm, sondern auch ihrem Fuß gehorcht. Von fünf Schüssen auf die Torwand hat sie zwei versenkt. Wären die anderen beiden, die sie nur knapp daneben gesetzt hat, auch rein gegangen, hätten wir Kristina wohl an die Fußballerinnen abgeben müssen. So darf sie morgen um 10 Uhr wieder mit uns trainieren.


Tag 2: Dienstag, 21. April

Die erste Nacht im fremden Bett war nicht so gut. Ich war schon um halb sieben wach, was für mich total untypisch ist. Also habe ich mich aus dem Bett gequält und war mit meinem Hund eine Runde joggen. Das tat sehr gut und hat den Kopf frei gemacht, denn ich hatte am frühen Morgen bereits sechs SMS auf meinem Handy. Der Inhalt? Nichts Gutes, denn anders als geplant saß Sabine nicht im Flieger nach Frankfurt, sondern war in New York gestrandet.

Der Flug von Charleston nach New York hatte Verspätung und wegen eines Unwetters musste die Maschine lange kreisen, um dann schließlich in einem mir bis dato unbekannten Ort zu landen. Eigentlich sollte die Maschine dort betankt werden, aber dann wurde Sabine zusammen mit den anderen Passagieren in einen Bus verfrachtet, der zwei Stunden später in New York ankam. Kein Wunder, dass sie damit ihren Flieger nach Deutschland verpasste. Mal sehen, wie fit sie hier morgen ankommt. Ich hoffe, Sie hat sich im Hotel in New York noch ein wenig ausruhen können.

Ansonsten war das heute wieder ein guter Tag. Bei Sonnenschein und blauem Himmel haben Kristina, Tatjana und Anna von 10 bis 12 Uhr ihre erste Trainingseinheit absolviert und auch ich habe ein bisschen mitgespielt, was mir immer gut tut. Die Nachmittagseinheit haben wir mit Fußballtennis begonnen und was soll ich sagen: Die Coaches haben verloren! Katastrophe! O.k., die Mädels haben gut gespielt, aber trotzdem werden wir das nicht auf uns sitzen lassen und bereiten uns jetzt schon mental auf die morgige Revanche vor.

Die letzte Einheit endete heute neben dem Platz bei Fitness-Coach Mike (Foto: 2.v.r.). Aus meiner Zeit als Spielerin weiß ich noch, wie hart Kondi-Training ist. Aber egal wie sehr sich die Mädels auch quälen müssen, sie kommen stets mit einem Lächeln zurück und das liegt mit Sicherheit an Mikes abwechslungsreichem Training und seiner guten Ansprache.

Um kurz vor Acht kam heute Morgen die erlösende SMS von Sabine: „Liebe Grüße, ich bin in Frankfurt gelandet!“ Gott sei Dank! Nach meiner morgendlichen Jogging-Runde habe ich unsere frisch gebackene Turniersiegerin im Hotel in Empfang genommen. Sie hatte offensichtlich einen Horrorflug, bei dem sie die ganze Zeit von einer lärmenden – weil defekten – Lautsprecheranlage wach gehalten wurde und war dementsprechend kaputt. Trotzdem hat Sabine es sich nicht nehmen lassen, gemeinsam mit dem Team zur Anlage zu fahren. Gemeinsam hatten wir entschieden, dass sie den Tag über durchhalten sollte und so hat sie schon am Morgen ein paar lockere Bälle geschlagen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen haben wir in der zweiten Trainingseinheit am frühen Nachmittag angefangen, Punkte und Sätze zu spielen, schließlich beginnt langsam die heiße Phase der Vorbereitung. Neben Sabine ist heute auch Andrea Petkovic zum Team gestoßen. Als Trainingspartnerin wird sie in den nächsten Tagen Teil des Teams sein, uns zum Wochenende dann aber leider wieder verlassen, da sie in Stuttgart Quali spielt.

Um 16 Uhr sind wir zurück in unser Hotel gefahren und haben uns alle Deutschland-Trainingsjacken oder -Trikots angezogen, die wir dabei hatten. Der Grund: Wir hatten Karten für das Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen gegen Brasilien. Mehr als 44.000 Zuschauer waren im Stadion – ein beeindruckende Kulisse. Wir würden uns am kommenden Wochenende schon über 1.500 Besucher freuen.


Dass wir im Stadion waren, hat offensichtlich auch das ZDF mitbekommen Denn wie mir meine Eltern per SMS berichtet haben, waren wir kurz im Bild. Ob man auch die Anfeuerungsrufe meiner Mädels heraushören konnte, haben sie nicht geschrieben. Petko müsste man eigentlich gehört haben, sie war die Lauteste von allen.

Tag 4: Donnerstag, 23. April

Während der Vormittagseinheit habe ich heute mal wieder selber zum Schläger gegriffen und mit Sabine Bälle geschlagen. Sie konnte Rhythmus spielen und Winner einstreuen, konnte sich ganz auf sich konzentrieren und musste keine Rücksicht nehmen. Und so habe ich am eigenen Leib erfahren dürfen, wie gut sie drauf ist. Obwohl ich den Wind im Rücken hatte, waren mir ihre Bälle eindeutig zu schnell.

Nach der ersten Trainingseinheit folgte die Mittagspause, die diesen Namen heute wirklich nicht verdient hat. Kaum aus der Dusche, haben wir die ersten Interviews gegeben. Danach folgte die obligatorische Pressekonferenz vor der Auslosung und anschließend standen weitere Pressetermine auf dem Programm. Das Interesse der Journalisten galt natürlich vorwiegend Sabine, die sich mit ihrem Erfolg in Charleston in den Fokus gespielt hat. Das Team ist mit dieser Situation aber gut umgegangen und Sabine hat sich Mühe gegeben, allen gerecht zu werden und sich sehr professionell verhalten. Wir freuen uns natürlich über das große Medieninteresse, müssen aber auch darauf achten, dass die Vorbereitung auf die Partie am kommenden Wochenende nicht darunter leidet.

Und dann stand heute auch noch Fußballtennis auf dem Programm. Kristina scheint sich beim Länderspiel gestern das ein oder andere abgeschaut zu haben, denn sie hat uns buchstäblich in Grund und Boden gespielt. Kristina hat ein tierisches Gefühl im Fuß und mit dem Kopf. Ich würde zu gerne mal erleben, wie sie sich beim Fußballtennis gegen eine Fußball-Nationalspielerin schlägt. Tatjana, Anna und Sabine sind gut, ich kann auch ein bisschen kicken, aber Kristina... – unglaublich!

Tag 5: Freitag, 24. April

Heute habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass bei mir die Anspannung langsam steigt. Ich freue mich darauf, dass es morgen endlich losgeht, denn gegen Ende der Vorbereitung zieht sich die Woche schon ein wenig.

Zu Beginn unserer morgendlichen Trainingseinheit haben wir wieder einmal Fußballtennis gespielt und zum ersten Mal war Sabine mit dabei. Geholfen hat uns das nicht, das Trainerteam hat schon wieder verloren. Unsere„Fußballtennis-Statistik des Grauens“: null Siege, vier Niederlagen. Oh Mann...!

Das Training heute Morgen war in erster Linie auf die beiden Einzelspielerinnen abgestimmt. Beide wollten um Punkte spielen und so haben sich Sabine und Tatjana auf dem Center Court duelliert und Anna auf dem Nebenplatz mit Kristina gematcht.

Die offizielle Auslosung um 13 Uhr hat keine Überraschungen gebracht. Mir war natürlich klar, dass Jie Zheng und Shuai Peng spielen würden und die Reihenfolge der Matches war uns ohnehin egal. Sabine startet morgen um 12 Uhr gegen Zheng, anschließend spielt Anna gegen Peng. Alles ist möglich und natürlich wird auch die Tagesform entscheidend sein. Das Team ist auf jeden Fall bereit und wir alle hoffen, dass uns die deutschen Tennisfans im TC Palmengarten zahlreich und lautstark unterstützen werden.

Zurück zum heutigen Tag: Tatjana und Kristina haben den Nachmittag frei bekommen. Beide hatten am Vormittag mehr trainiert und unter anderem bei Mike eine extra Fitnesseinheit absolviert. Anna und Sabine haben hingegen von 15 Uhr bis 16:30 Uhr ihre zweite Trainingseinheit absolviert und alles dafür getan, mit einem guten Gefühl in den morgigen Tag zu gehen.

Bei einem Italiener in Neu-Isenburg haben wir den Abend dann noch ganz entspannt im Teamkreis ausklingen lassen. Morgen früh werde ich noch eine kleine Runde laufen und den Kopf freimachen für die Mission Wiederaufstieg. Um 10 Uhr fahren wir gemeinsam zur Anlage und dann geht’s endlich los. Drückt uns die Daumen!

Tag 6: Samstag, 25. April

Alle paar Jahre fällt das Fed Cup Wochenende im April auf meinen Geburtstag. So war es auch heute, aber reingefeiert habe ich natürlich nicht. Sollten wir morgen den Wiederaufstieg schaffen, werde ich das aber mit der gesamten Mannschaft nachholen. Ansonsten muss die Geburtstagsfeier in diesem Jahr ausfallen.

Als ich heute um 9 Uhr zum Frühstück gekommen bin, hat mich das ganze Team mit einem Ständchen empfangen. Ich habe mich total gefreut, auch wenn ich sonst gar nicht auf so etwas stehe. Um 10 Uhr sind wir gemeinsam zur Anlage gefahren, von 10:45 bis 11:30 stand der Center Court zu unserer Verfügung. Anna und Sabine haben die Zeit genutzt, um sich für die bevorstehenden Einzel einzuschlagen. Tatjana hat auf einem Nebenplatz mit Dirk trainiert, Kristina wegen einer Erkältung pausiert.

Dann ging alles ganz schnell: Nach einer kurzen Dusche folgte um 11:45 Uhr der Einmarsch für die Eröffnungszeremonie. Wir haben direkt gesehen, dass der Center Court sehr gut besucht war und freuen uns riesig, dass das Interesse so groß ist.

Es folgten zwei ganz enge Matches. Den Anfang machte Sabine, die nicht nur mit der Nummer 16 der Welt, sondern auch mit Jetlag und Müdigkeit zu kämpfen hatte. In drei Sätzen hat sie sich durchgebissen und damit eine unglaubliche Leistung vollbracht.

Nach dem 1:0 war die Stimmung in der Kabine natürlich gut und mit der Führung im Rücken konnte Anna im zweiten Match des Tages freier aufspielen. In der Anfangsphase machte sie einen etwas verkrampften Eindruck, vielleicht wollte sie zuviel. Die letzten 1 1/2 Sätze war sie dann aber die bessere Spielerin und hat das Match verdient gewonnen.

Vor dem heutigen Tag hat mir unser Doc geraten, auf der Bank möglicht viel zu trinken. Das habe ich beherzigt und deshalb wollte ich nach Annas verwandeltem Matchball eigentlich erst einmal auf die Toilette. Meine Mädels haben mich jedoch nicht vom Platz gelassen und nachdem das ganze Stadion für mich gesungen hatte, hat mir das gesamte Team zu meiner großen Überraschung eine Riesen-Torte übereicht. Bis morgen Nachmittag werden wir sie noch kalt stellen, dann wird sie aber angeschnitten. Ich bin gespannt, wie sie schmeckt.

Tag 7: Sonntag, 26. April

Es ist vollbracht! Wir sind aufgestiegen! Und das mit einem Sieg gegen China! Ich bin total happy, aber der Reihe nach...

Sabine war in ihrem ersten Match gestern voll ans Limit gegangen und nach dem Einschlagen heute Morgen war klar, dass es für das Einzel nicht reichen würde. Die Strapazen der vergangenen Tage hatten ihre Spuren hinterlassen, ihr Akku war einfach leer. Bevor sie in einem möglichen dritten Satz keine Energie mehr hat oder sich sogar noch verletzt, sollte Tatjana ihre Chance bekommen. Kristina hätte es nach den guten Trainingsleistungen in der vergangenen Woche auch verdient gehabt zu spielen, allerdings schlägt sie sich seit Freitag mit einer Erkältung herum und hatte gestern nicht trainiert. Anna, die heute als Erste auf den Platz musste, wusste von alldem nichts. Sie sollte sich einfach nur auf ihr Spiel konzentrieren.

Das erste Match des Tags ging leider verloren. Anna hat eine gute Leistung gezeigt, hatte auch ihre Chancen, musste sich einer stark aufspielenden Zheng aber letztlich knapp in zwei Sätzen geschlagen geben.

Dann kam Tatjana zu ihrem sechsten Fed Cup Einsatz im Einzel. Im ersten Satz war sie zu defensiv und chancenlos. Dann hat sie sich aber unglaublich reingebissen, den zweiten Satz für sich entschieden und beim Stand von 5:5 im dritten Satz sogar eine Chance zum Break gehabt. Den konnte ihre Gegnerin leider abwehren und hat dann mit 7:5 den Sack zugemacht.

Damit hatten wir genau die Situation, die ich nicht haben wollte: ein entscheidendes Doppel gegen die starken Chinesinnen. Ich habe noch einmal kurz mit Sabine gesprochen – sie wollte spielen und ihren Teil zum Sieg beitragen. Anna war für mich ohnehin gesetzt. Der erste Satz ging leider mit 4:6 verloren, trotzdem hatte unser Doppel seine Chancen. Mitte des zweiten Satzes hat Anna sich in einen Rausch gespielt und die angeschlagene Sabine mitgezogen. Mit dem Publikum und der tollen Atmosphäre im Rücken haben die Beiden das Match am Ende verdient gewonnen und den Wiederaufstieg in die Weltgruppe damit perfekt gemacht. Der Sieg gegen China ist ein großartiger Erfolg des gesamten Teams und das Happy End einer tollen Fed Cup Woche.

Die Aufstiegsfeier nach dem Sieg ist kurz aufgefallen, die Mädels müssen alle zum nächsten Turnier. So haben wir noch meine Geburtstagstorte angeschnitten und den Abend gemütlich im erweiterten Teamkreis ausklingen lassen. Schade, dass wir alle jetzt ziemlich lange warten müssen, bis mal wieder Fed Cup ist.

Deutsches Fed Cup Team für Zürich steht

Hamburg - Mit Sabine Lisicki, Anna-Lena Grönefeld, Kristina Barrois und Tatjana Malek hat Barbara Rittner das Team nominiert, mit dem die deutsche Fed-Cup Chefin am 7. und 8. Februar 2009 den ersten Schritt zurück in die Fed-Cup Weltgruppe schaffen will. Dann nämlich trifft Deutschland in der ersten Runde der Weltgruppe II in Zürich auf das Team aus der Schweiz.

Die Nummer eins im deutschen Team ist erstmals die 19 Jahre alte Sabine Lisicki, derzeit die Nummer 58 der Welt. "Sabine hat sich im vergangenen Jahr von Position 237 bis unter die Top 50 vorgespielt. Sie ist die beste Deutsche in der Weltrangliste und hat noch viel Potential," so Barbara Rittner über die Nominierung der Berlinerin, die vor einem Jahr in La Jolla/Kalifornien mit ihrem 6:1,7:5-Erfolg über die ehemalige Weltranglistenerste Lindsay Davenport ein Fed Cup Debut nach Maß hingelegt hat.

Auch Anna-Lena Grönefeld ist wieder mit im Team. Die 23-jährige kam zuletzt im Februar 2008 bei der Erstrundenbegegnung gegen die USA im Doppel zum Einsatz. "Anna-Lena hat im letzten halben Jahr ein tolles Comeback hingelegt und ist auf dem Weg zurück in die Top 50" sagt Fed Cup Chefin Rittner über die deutsche Nummer 71 der Weltrangliste. "Sie ist eine hervorragende Einzel- und Doppelspielerin und bringt darüber hinaus die nötige Erfahrung mit, die das junge Team in Zürich braucht."

Im Kampf um den Wiederaufstieg setzt Barbara Rittner ausserdem auf die amtierende Deutsche Meisterin Kristina Barrois und Tatjana Malek. "Kristina hat sich in den letzten Monaten durch konstant gute Leistungen empfohlen und ihre Chance verdient", betont Barbara Rittner. Die deutsche Nummer 88 der Welt hatte in der ersten Runde der Australian Open die Weltranglistenvierte Elena Dementieva aus Russland am Rande einer Niederlage, musste sich jedoch schließlich mit 6:7 (4:7), 6:2, 1:6 geschlagen geben. Der bislang einzige Fed Cup Einsatz von Kristina Barrois liegt mehr als zwei Jahre zurück. Im Juli 2006 vertrat sie im Viertelfinale der Weltgruppe gegen China erstmals die deutschen Farben.

Auf dem Weg zurück in die Top 100 ist auch Tatjana Malek, die nach ihrer lebensgefährlichen Lungenembolie im März 2008 knapp sechs Monate pausieren musste und in der Weltrangliste derzeit auf Position 239 rangiert. "Tatjana hat im Fed Cup schon einige wichtige Matches gewonnen. Von ihrer langen Pause zeigt sie sich spielerisch gut erholt und hat zuletzt mit guten Leistungen überzeugt", so Bundestrainerin Rittner über die 21jährige, die im November 2008 das mit 50.000 US-Dollar dotierte ITF-Turnier der HEAD German Masters Series in Ismaning gewinnen konnte. Beim ersten Grand Slam Turnier des Jahres in Melbourne wurde Malek in Runde zwei von der russischen Weltranglistenachten Svetlana Kuznetsova gestoppt.

Im fünften Fed Cup Duell zwischen Deutschland und der Schweiz trifft das junge Team von Barbara Rittner auf Patty Schnyder (WTA 15), Timea Baczinszky (WTA 55), Stefanie Voegele (WTA 127) und Nicole Riner (WTA 406). Ausgetragen wird die Begegnung in der Saalsporthalle in Zürich, in der 2.175 Zuschauer Platz finden werden. Die Begegnung startet am 7. Februar um 14 Uhr.

 

 

Deutsches Fedcup-Team vor Neuanfang nach Niederlage gegen Argentinien am 26./27.4.08

(Auszüge aus dem Interview Rittner-Berliner Morgenpost vom 6.5.08)

Nach dem Schock von Buenos Aires proben die deutschen Tennis-Damen in Berlin einen vorsichtigen Neuanfang. "Ich sehe das nicht ausschließlich negativ. Wir haben jetzt zwölf Monate Zeit. Wichtig ist, dass sich die junge Generation weiterentwickeln kann, kommentierte Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner neun Tage nach dem Abstieg aus der Weltgruppe I.

Die Fortschritte der jungen Garde um die Lokalmatadorin Sabine Lisicki (18 Jahre), Angelique Kerber (20) und Julia Görges (19) geben etwas Zuversicht, dass der Weg trotz des Fed-Cup-Abstiegs zumindest für einige Talente wieder in die Top 50 der Welt führen könnte. "Drei, vier Spielerinnen haben wir neu in die Top 100 gebracht. Und jeder Sieg bei einem Weltklasse-Turnier ist natürlich ein Erfolg für das deutsche Tennis", erklärte Rittner, ohne die großen Nachteile gegenüber der Konkurrenz, insbesondere aus Osteuropa zu verkennen.

"Im Gegensatz zu den Spielerinnen gerade in den östlichen Ländern müssen wir auch noch unsere Schule zu Ende machen", sagte Julia Görges. "Sie spielen in früher Jugend viel mehr Bälle", ergänzte Rittner. So kommt auch der Zeitpunkt des Leistungssprungs bei Sabine Lisicki nicht zufällig. "Die Explosion kam, als sie einen Teil ihrer Schule abgeschlossen hat", erklärte Vater und Trainer Richard Lisicki. Mit welchen Gefahren der Weg in die Weltspitze gepflastert ist, hat das deutsche Damen-Tennis oft erleben müssen. Anna-Lena Grönefeld hatte es schon auf Platz 14 in der Welt geschafft, um dann brutal abzustürzen. Nach der erfolgreichen, aber fragwürdigen Zusammenarbeit mit dem Spanier Rafael Font de Mora kommt die 22-Jährige mental erst langsam wieder auf die Beine. In dieser Woche wird Grönefeld in Zagreb wieder ihr erstes Turnier nach langer Pause spielen. "Ich habe Anna nicht abgeschrieben. Wenn sie den Kopf frei hat, sich körperlich wieder fit machen kann und den Frust hinter sich lässt, könnte sie hier in Berlin im nächsten Jahr wieder dabei sein", sagte Rittner.

Mit der derzeit an einem Kreuzbandriss leidenden Andrea Petkovic (20) und der ebenfalls 20-jährigen Tatjana Malek, die sich von einer Lungenembolie erholen muss, hat die Bundestrainerin noch zwei weitere hungrige Talente in der Hinterhand. Den ganz speziellen Rucksack, den alle deutschen Talente tragen müssen, bekommen Lisicki und Co. bei den German Open in Berlin jeden Tag im nach der neunmaligen German-Open-Siegerin benannten "Steffi-Graf-Stadion" vor Augen gehalten. Für Rittner ist der riesige öffentliche Erwartungsdruck eines der größten Probleme: "Eine Graf ist ein Jahrtausend-Talent."

Argentinien - Deutschland 3:2 - die Spielergebnisse im Überblick:
Jorgelina Cravero - Martina Müller (Hannover) 1:6, 0:6
Gisela Dulko - Sabine Lisicki (Berlin) 6:2, 6:2
Gisela Dulko - Martina Müller (Hannover) 6:2, 6:4
Betina Jozami - Angelique Kerber (Kiel) 6:3, 6:1
J. Cravero/B. Jozami - Sabine Lisicki/Jasmin Wöhr (Berlin/Balingen):
0:6, 6:1, 6:7 (2:7)


Neues Fedcup-Team gegen Argentinien! - 26. und 27. April 2008


Für die Play-off-Begegnung am 26./27. April in Buenos Aires gegen Gastgeber Argentinien stehen in Rückkehrerin Martina Müller (Hannover) sowie Angelique Kerber (Kiel) und Doppelspezialistin Jasmin Wöhr (Stuttgart) gleich drei neue Spielerinnen im Aufgebot. Die Verletzungen von Andrea Petkovic und Tatjana Malek sowie die besondere Anforderungen auf Sand bewegten Barbara Rittner, ein völlig neues Team zu bilden. Den beiden verletzten Spielerinnen an dieser Stelle die besten Genesungswünsche!

Einzig Aufsteigerin Sabine Lisicki (Berlin), die beim 1:4 gegen die USA sensationell Lindsay Davenport besiegt und für den einzigen deutschen Punktgewinn in Kalifornien gesorgt hatte, kommt abermals zum Zug. "Wir fahren nach Buenos Aires, um zu gewinnen, und ich bin optimistisch, dass wir das auch schaffen", sagte Rittner, warnte aber zugleich: "Argentinien ist auswärts auf Sand eine große Herausforderung."

Das argentinische Aufgebot von Kapitän Ricardo Rivera wird von der Weltranglisten-48. Gisela Dulko angeführt, zudem gehören Maria-Emilia Salerni (75.), Jorgelina Cravero (156.) und Betina Jozami (173.) zur Mannschaft der Südamerikanerinnen.


San Diego 5. Februar 2008    Das Wunder gegen die USA bleibt aus - Wieder Kampf um den Klassenerhalt


Auch Sabine Lisickis toller Sieg gegen die bis dahin in 36 Fedcup-Begegnungen ungeschlagene Lindsay Davenport hat das deutsche Fed-Cup-Team nicht mehr vor dem Viertelfinal-Aus bei Rekordsieger USA bewahren können. Durch die 4:6, 5:7-Niederlage des Talents in ihrer zweiten Einzelpartie gegen Ashley Harkleroad geriet die DTB-Auswahl in San Diego uneinholbar in Rückstand.

Julia Görges erlebte beim 1:6, 2:6 gegen die erholte indsay Davenport ein nur 45-minütiges Debüt.Deutschland geriet mit 1:2 erstmals in Rückstand. Nach dem knappen 4:6, 5:7 von Sabine Lisicki gegen Ashley Harkleroad war beim Stand von 1:3 alles entschieden. Im abschließenden Doppel waren Anna-Lena Grönefeld und Tatjana Malek beim 2:6, 0:6 gegen die Routiniers Davenport und Lisa Raymond ebenfalls chancenlos. Obwohl Lisicki ihre Gala gegen Davenport nicht wiederholen konnte und den möglichen Satzausgleich verpasste, erhielt die 18-jährige Berlinerin ein großes Lob. "Alles in allem hat sich Sabine bei ihrem Fed-Cup-Debüt sehr gut präsentiert", meinte Rittner. Doch jetzt geht der Blick wieder nach vorne, muss das Fedcup-Team wieder auswärts antreten?


Toyota / Japan 15. Juli 2007    Deutschland schafft den Aufstieg in die Weltgruppe I - 3:2 in Japan


Mit einem Erfolg im abschließenden Doppel hat Deutschland den Aufstieg in die Fed Cup-Weltgruppe I geschafft. 2.2 stand es in der Aufstiegspartie gegen Japan, als Teamchefin Barbara Rittner ihre erfahrenste Spielerin Anna Lena Grönefeld an der Seite von Tatjana Malek in der Sky Hall von Toyota auf den Platz schickte. Diese bedankten sich für das Vertrauen, schlugen die japanische Paarung Rika Fujiwara und Ayumi Morita mit 6:3, 6:4 und sorgten damit für den entscheidenden dritten Punkt.

Das siegreiche Team:
Angelique Kerber, Anna Lena Grönefeld, Tatjana Malek und Andrea Petkovic

14./15. Juli 2007    Fed Cup - DTB-Team tritt in Japan an


Fed Cup 2007
Die deutsche Nationalmannschaft der Damen muss im Fedcup in der Playoff-Partie um den Aufstieg in die Weltgruppe I in Japan antreten. Die Partie wird am 14./15. Juli 2007 ausgetragen.

FED CUP - Japan 2007
Teamchefin Barbara Rittner nach der Auslosung: "Japan hat ein sehr ausgeglichenes und gutes Team und zusätzlich auch noch den Heimvorteil im Rücken. Meine junge Mannschaft wird aber mit Sicherheit voll dagegen halten."

Das junge Team um Anna-Lena Groenefeld trifft mit Japan auf einen Gegner, der letztmalig im Jahr 1999 im Fed Cup gegen Deutschland antrat.die deutschen Tennis-Damen siegten mit 3:2.

Beste japanische Spielerin in der WTA-Weltrangliste ist Ai Sugiyama auf Rang 27. Es folgen Akiko Morigami (54), Aiko Nakamura (66), Erika Takao (133) und Shiho Hisamatsu (165).
Quelle: Eurosport

Der Sieger der Playoff-Partie qualifiziert sich für die Weltgruppe I im Jahr 2008. Der Verlierer muss in der Weltgruppe II antreten.



18. Mai 2006    Nachwuchs schnuppert Atmosphäre eines absoluten Weltklasseturniers


Im Rahmen der Qatar Telecom German Open 2006 (8. bis 14. Mai) fand erstmals ein "Juniors Cup" für die weiblichen Nachwuchsspielerinnen unter 15 Jahren statt. "Hier konnten unsere jungen Talente die Atmosphäre eines absoluten Weltklasseturniers erleben", berichtet Bundestrainerin Barbara Rittner. Katrin Schmidt, die sich im Endspiel gegen Linda Berlineke durchsetzte, erhielt eine Wild Card für das Hauptfeld des mit 10.000 US-Dollar dotierten Turniers in Bad Saulgau, 30.7. - 6.8.2006. "Bei diesem Turnier kann sie erste Punkte für die Damenweltrangliste sammeln", so Barbara Rittner. Ihre Finalgegnerin Linda Berlineke sowie Mara Nowak (Drittplazierte) und Stefanie Mikesz (Viertplazierte) erhielten eine Wildcard für das Hauptfeld des ITF-Turniers "German Junior Open", das vom 10. bis 16. Juli auf der Anlage von Etuf Essen stattfindet. Hier werden Punkte für die ITF-Jugendweltrangliste verliehen, die zur Teilnahme an den Junior Grand Slam-Turnieren, wie zum Beispiel den French Open oder Wimbledon, berechtigen.


Foto: (Von vorne links): Stefanie Mikesz (Jhg. 1991), Linda Berlineke (Jhg. 1991), Linda Fritschken (Jhg. 1991), Christina Shakovets (Jhg. 1994), Mara Nowak (Jhg. 1992), Daria Gajos (Jhg. 1994) Bundestrainerin Barbara Rittner, Sina Haas (Jhg. 1992), Katrin Schmidt (Jhg. 1991) Co-Trainerin Ute Strackerjahn


05. Mai 2006    Fed Cup: Deutschland in der Relegation gegen China


Das deutsche Fed Cup-Team trifft in einem Auswärtsspiel um den Klassenerhalt in der Fed Cup-Weltgruppe I auf China. Die Play Off-Begegnung findet am 15./16. Juli 2006 statt. "Das ist das schlimmste Los, das wir kriegen konnten. China ist in der absoluten Favoritenrolle", sagte Barbara Rittner. Die Vorbereitung auf das schwierige Spiel läuft daher ab sofort. China treffen im Fed Cup erstmals aufeinander. Der Sieger der Play Off-Partie qualifiziert sich für die Spiele der Weltgruppe I im Jahr 2007. Der Verlierer muss im kommenden Jahr in der Weltgruppe II antreten.


04. Januar 2006   Canon neuer Partner im Nachwuchsbereich



v.l.: Waldenfels, Osswald, Rittner

04.01.06 Hamburg - Im Rahmen eines Pressegespräches in der Geschäftsstelle des DTB präsentierten der Präsident des Deutschen Tennis Bundes, Dr. Georg von Waldenfels, und Fed Cup-Chefin Barbara Rittner am heutigen Mittwoch mit Canon einen neuen Partner, der sich im weiblichen Nachwuchsbereich engagieren wird.

Der Weltmarktführer im Foto- und Printbereich, der sich selbst als Förderer versteht, wird ab sofort und auf unbestimmte Zeit die Förderung junger weiblicher Tennistalente in Deutschland finanziell unterstützen.

"Im Jahr der Weltmeisterschaft in Deutschland engagieren sich die meisten im Fußball. Wir arbeiten gerne antizyklisch und haben daher beschlossen, uns im Nachwuchsbereich der Tennisdamen zu engagieren", so Thomas Osswald, Marketingdirektor von Canon.

Barbara Rittner, die seit Anfang letzten Jahres das Fed Cup-Team erfolgreich betreut, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Partnerschaft mit Canon zustande gekommen ist. "Ich freue mich, dass wir mit Canon einen starken Partner gefunden haben, der sich im Nachwuchsbereich engagieren wird. Im Profibereich ist eine individuelle Betreuung der Spielerinnen notwendig. Es hapert immer noch am Übergang vom Jungend- in den Profibereich. Um das zu erreichen, haben wir in Stuttgart-Stammheim ein Leistungszentrum geschaffen, in dem Mädchen ab 15 Jahren die Möglichkeit erhalten, von morgens bis abends zu trainieren. Dank Canon können wir in diesem Bereich noch viel mehr machen", freut sich Rittner.

Auch Dr. von Waldenfels zeigte sich hochzufrieden. "Die Partnerschaft mit Canon, die sich auch auf internationaler Ebene im Tennissport engagieren, muss als ein Geben und Nehmen verstanden werden. Ich bin mir sicher, dass auch Canon davon profitieren wird." Außerdem fand Waldenfels noch lobende Worte für Rittner: "Barbara Rittner geht es nicht nur um das Amt als Fed Cup-Chefin, sondern auch um die Nachwuchsförderung. Mit ihr haben wir eine Persönlichkeit an der Spitze, die versucht, Wege zu finden, junge Mädchen an das Profitennis heranzuführen."


01.12.2005   Am 22./23. April 06 gehts in Ettenheim gegen die USA


Das deutsche Fed Cup-Team wird seine erste Begegnung in der Weltgruppe am 22. und 23. April 2006 gegen die USA auf Sand im badischen Ettenheim bestreiten. "Wir mussten ja einen Knaller bekommen, dass es die USA sind freut mich unglaublich. Das ist viel, viel besser, als zum Beispiel auswärts in Russland", freut sich Barbara Rittner über die Auslosung. "Was wir brauchen, um uns in die Öffentlichkeit zu spielen, ist ein attraktiver Gegner zuhause. Den haben wir bekommen und freuen uns jetzt auf die anstehenden Spiele.


11.07.2005   4:1 gegen Kroatien: Tennis-Damen wieder erstklassig!


Durch den Play-off-Sieg gegen Kroatien in Bol, den Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) und Sandra Klösel (München) bereits vor dem abschließenden Doppel sicherstellten, steigt das deutsche Fedcup-Team in die Weltgruppe 1 auf.

"Ich bin erleichtert und überglücklich. Coachen ist viel anstrengender, als selbst zu spielen", sagte Rittner, die erst seit dem 1. Januar im Amt ist und in kürzester Zeit aus einem zerstrittenen Haufen eine verschworene Gemeinschaft gemacht hat. Schon beim 4:1 gegen Indonesien im April in Essen, mit dem sich Deutschland für das Play-off qualifiziert hatte, trug die Handschrift der neuen Chefin erste Früchte.

Barbara Rittner schlichtete kleine Eifersüchteleien, baute die 20jährige Anna-Lena Grönefeld zur souveränen Nummer eins auf und hatte in Bol ein goldenes Händchen, als sie die im ersten Einzel enttäuschende Julia Schruff zugunsten von Sandra Klösel aus der Mannschaft nahm. Klösel bedankte sich mit dem entscheidenden 6:2, 6:4 gegen Jelena Kostanic.
Quelle: Berliner Morgenpost


04.05.2005   Barbara Rittner verabschiedet sich vom Court


Berlin (dpa) - Die Teamchefin der deutschen Fedcup-Mannschaft, Barbara Rittner, hat sich aus der Turnier-Szene verabschiedet. Die 32 Jahre alte Rheinländerin bestritt bei den German Open in Berlin ihr letztes Spiel.

Zusammen mit der für Blau-Weiß Berlin in der Bundesliga spielenden Tschechin Kveta Peschke verlor Rittner im Doppel gegen die an Nummer drei gesetzte Kombination Daniela Hantuchova/Ai Sugiyama (Slowakei/Japan) 5:7, 3:6.

"Das war mein letztes Spiel. Ich hatte meiner Freunding Kveta versprochen, dass wir es hier noch einmal gemeinsam angehen. Leider war die Auslosung für uns nicht so günstig. Aber ich bin in Berlin schon so oft gewesen und habe immer gute Erinnerungen mitgenommen", sagte Rittner, die am 7. Mai auf dem Center Court offiziell verabschiedet werden soll.

Deutschland gewinnt 4:1 gegen Indonesien

Nach einem klaren 4:1-Sieg am 24. April über Indonesien in Essen befindet sich die Mannschaft der neuen Teamchefin Barbara Rittner am 3. Mai in London im Lostopf für die Aufstiegsrunde, die am 9./10. Juli ausgespielt wird. "Mit ein bisschen Glück ist sogar der Aufstieg möglich", sagte Barbara Rittner nach ihrem gelungenen Debüt auf der Trainerbank.

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